Dein Kind lernt Sprachen leichter als du.

Innerhalb der ersten zwei Jahre nach der Geburt, nutzt dein Kind Laute, um auszudrücken was es möchte und braucht. Und das ohne, dass es ihm durch einen Lehrer beigebracht wird. Aber erst nach durchschnittlich einem Jahr sprechen Kinder ihr erstes Wort.

Stell Dir vor, dass du als Erwachsener eine neue Sprache lernen willst. Wahrscheinlich würdest du Dir eine App herunterladen oder ein entsprechendes Buch kaufen und innerhalb weniger Minuten wärst du in der Lage erste Wörter der neuen Sprache wiederzugeben. Angenommen du studierst die neue Sprache über ein paar Wochen hinweg, wirst du sogar einfache Sätze bilden können. Dein Kind hat aber über zwei Jahre gebraucht, um seinen ersten Satz in der Muttersprache zu sagen.

Bis dahin sieht es so aus, als hättest du es einfacher als dein Kind. Aber dies wird sich ändern.
Egal ob du dir die neue Sprache selbst beibringst oder einen Sprachkurs absolvierst, dein Lernfortschritt nimmt schon nach einigen Wochen ab, und es fällt dir zunehmend schwerer deine Sprachkenntnisse weiter zu verbessern. Mit zunehmendem Schwierigkeitsgrad machst du vermehrt grammatikalische Fehler, vergisst Vokabeln und zeigst dich unsicher im Satzbau. Bei deinem Kind hingegen nimmt der Lernfortschritt stark zu. Ab einem Alter von 2 Jahren, lernen Kinder bis zu 10 Wörter am Tag und das ganz automatisch. Mit 6 Jahren kennt dein Kind im Durchschnitt bereits 14.000 Wörter. Und das gilt natürlich nicht nur für die deutsche Sprache. Das Talent eine Sprache in rasanter Geschwindigkeit einwandfrei zu beherrschen, haben gleichaltrige Kinder auf der ganzen Welt über Tausende Sprachen und Kulturen hinweg. In diesem magischen Fenster zwischen zwei bis fünf Jahren, können Kinder Sprachen ganz ohne Aufwand wie ihre Muttersprache aufsaugen.

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Bei Erwachsenen spricht man bereits bei einem Wortschatz von 2.000 Wörtern von einer erfolgreichen Beherrschung der erlernten Sprache. Aber diese komplett frei und flüssig zu sprechen, ist nur mit jahrelangem Lernaufwand und viel praktischer Übung möglich. Ab Erreichen der Volljährigkeit und mit zunehmendem Alter tun sich Erwachsene kontinuierlich schwerer im Erlernen von Sprachen.

Nun, wie kann man sich das erklären? Warum sind unsere Kinder solche Genies?

Grundsätzlich lässt sich das Phänomen, wie Kinder eine Sprache erlernen, sich Wörter merken und wiedergeben selbst nach jahrzehntelangen Forschungen der Kindersprache nicht eindeutig wissenschaftlich erklären. Neuroforscher und Psychologen haben jedoch herausgefunden, dass die Ursache in unserem Gehirn liegt, welches sich im zunehmenden Alter verändert.

Wie funktioniert das Erlernen einer Sprache?

Einige sorgfältig erforschte Erkenntnisse ermöglichen es, Aussagen darüber zu treffen, wie das Erlernen einer Sprache bei unseren Kindern funktioniert.

Seit Beginn der 90er Jahre, besagen Forschungen, dass das Konzept von „language confusion“ ein Mythos ist.
Bereits in den ersten vier Monaten nach Geburt, kann das Gehirn eines Kindes Sprachen unterscheiden und auseinander halten. Dafür verantwortlich sind Phoneme, die in jeder Sprache einzigartig sind, auch wenn sich die Sprachen sehr ähnlich sind. In einer durchgeführten Studie, waren Kinder in der Lage, Katalanisch erfolgreich von Spanisch zu unterscheiden. Tatsächlich sind Kinder so talentiert, dass sie Sprachen sogar erkennen, ohne diese zu hören. So wurden Kinder im Alter zwischen 4 und 8 Monaten in einer weiteren Studie beobachtet, wie sie ein Stummvideo anschauen und lediglich durch Mundbewegungen der gezeigten Gesichter ihre Muttersprache erkennen.

Wir wissen nun, dass Kinder die zweisprachig aufwachsen, in der Lage sind diese Sprachen allein durch ihren Klang und anhand von Mundbewegungen zu unterscheiden. Zudem hat sich bewahrheitet, dass zweisprachige Kinder häufig (jedoch nicht immer!) etwas länger benötigen als einsprachige Kinder, die jeweilige Sprache zu beherrschen, Hingegen ist das kein Zeichen, dass diese Kinder in ihrer Sprachentwicklung langsamer sind als andere. Es ist schlichtweg das Ergebnis aus der doppelten Menge an Informationen. Als konkretes Beispiel kann man sich vorstellen, dass das Kind welches nur eine Sprache spricht, beim Erspähen eines bunten, farbigen runden Objektes, welches in der Luft schwebt, an das Wort “Ballon” denkt, während ein zweisprachiges, z.B. Deutsch-Spanisches Kind zwei Gedanken gleichzeitig verarbeiten muss, das Deutsche “Ballon” sowie das Spanische “globo”.

Zudem besitzt das Gehirn zweisprachig erzogener Kinder ein erhöhtes Aufnahmevolumen: Die Menge an Informationen die vom Gehirn gespeichert und wiedergegeben werden, ist circa doppelt so hoch als bei einem gleichaltrigen Kind, das einsprachig aufwächst.
Dieser Vorgang im Gehirn deines Kindes braucht natürlich auch mehr Energie, ähnlich wie ein Computer der plötzlich mehrere Programme gleichzeitig laden muss und dabei mehr Leistung und Speicherplatz verbraucht. Doch wie meistert das Gehirn eines Kindes diese Zusatzbelastung?

Die Antwort ist: Ziemlich gut! Der Grund dafür ist eine Eigenschaft des Gehirns, die von Neurologen als “plasticity” bezeichnet wird.

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Was bedeutet Plastizität des Gehirns?

Kurz gesagt, verändert sich die physikalische Größe und Gestalt des Gehirns mit der Aufnahme von Informationen und passt sich an die Menge der aufgenommenen Informationen an.

Im Zusammenhang mit dem Erlernen einer Sprache, reagiert das Gehirn somit flexibel und vergrößert seine Anatomie mit der Aufnahme neuer Klänge und Wörter. Bisher besagten Studien, dass dieses Phänomen lediglich bei Kindern auftritt. Jedoch bestätigen neue Forschungen, dass sich das Gehirn eines Erwachsenen in ähnlicher Weise anpasst: Beim Scannen des Gehirns vor und nach Teilnahme eines Intensiv Sprachkurses einer Gruppe Erwachsener, hat man einen ähnlichen Veränderungsprozess in den Bereichen des Gehirns festgestellt, die während des Einübens einer neuen Sprache am aktivsten sind. Der präfrontale Kortex und der Nucleus caudatus, die sogenannten Sprachlernzentren unseres Gehirns. Interessant ist, dass diese Veränderungen des Gehirns auch bei Probanden, die gerade das Jonglieren erlernten auftreten und selbst bei Taxifahren die durch die Stadt navigieren zeigte sich diese Beobachtung. Das Erlernen einer Sprache kann daher auch so interpretiert werden, wie man sich mit einer neuen räumlichen Umgebung vertraut macht.

Kinder sind im Erlernen einer Sprache besonders gut. Das zeigt sich darin, dass Neugeborene die erste Sprache ohne große Anstrengungen erlernen, während Erwachsene deutlich mehr Lernaufwand betreiben und die Sprache intensiv erlernen müssen, um lediglich ein Basiswissen zu erreichen.

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Warum fällt es Kindern leichter eine neue Sprache zu lernen?

Dafür gibt es nicht nur einen Grund, jedoch ist hierfür die gesteigerte Gehirnplastizität hauptverantwortlich. Obwohl das Kindergehirn kleiner als das eines Erwachsenen ist, enthält es mehr Synapsen. Als Synapsen bezeichnet man Leitungen die Informationen blitzartig überbringen. Man kann sich diese in einem Kindergehirn wie eine freie Autobahn vorstellen: schnell, nicht überlaufen und genug Platz für das Auto (im Gehirn elektrische Impulse, die Informationen übertragen, sogenannte Gehirnwellen). Im Gehirn eines Erwachsenen sind die Synapsen eher vergleichbar mit einer Bundesstraße mit vereinzeltem Stau. Man ist zügig unterwegs aber starkes Verkehrsaufkommen verhindert schnelles Fahren. Der Grund dafür ist, dass das Gehirn eines Erwachsenen im Vergleich zum Kindergehirn Synapsen, die es nicht unbedingt benötigt, “abzwackt” um die verbleibenden zu stärken. Mit zunehmendem Alter trennt das Gehirn somit immer mehr Synapsen ab.

Somit beginnen Kinder, die eine zweite Sprache erlernen, die Synapsen zu verwenden, die ein einsprachiges Kind gar nicht benötigt. Durch die neu gebildeten Synapsen entsteht daher der Speicher, die zweite Sprache aufzunehmen und im Gehirn abzuspeichern.
Übrigens werden die Synapsen mit der Zeit immer stärker und mit dem Wachstumsprozess fällt das Sprechen und Wechseln beider Sprachen immer einfacher und natürlicher.

Welche Vorteile hat das Sprechen einer zweiten Sprache?

Neben offensichtlichen Punkten, wie dem besseren Kennenlernen einer neuen Kultur, dem freien Sprechen der Sprache während man auf Reisen ist und der generelle Gedanke, wie großartig es ist eine zweite Sprache frei zu beherrschen, entstehen eine Vielzahl positiver Einflüsse auf das Gehirn. Der Zusatzspeicher der im Gehirn deines Kindes entsteht, aktiviert unbenutzte Bereiche, die das Gehirn zusätzlich stärken und lernfähiger machen.

Neben dem Bilden neuer Gehirnsynapsen, steigt die Dichte des Hirnoberflächengewebes, der sogenannten grauen Zellen, die einen Anteil von circa 40% des Gehirns ausmachen und unsere Bewegungs-, Sprech- und Erinnerungsfunktion steuern (dieses Gewebe beinhaltet Synapsen, sowie andere Nerven und Zellen). Das hat einen weiteren positiven Nebeneffekt, denn die Verdichtung der “grauen Zellen” erhöht auch die physische sowie geistige Leistungsfähigkeit deines Kindes.

Die Vorteile daraus resultieren in erhöhter Konzentrationsfähigkeit, einem verbesserten Wahrnehmungsvermögen und der Gabe, Multitasking-Aufgaben leichter zu bewältigen als andere.
Eine Studie hat zudem ergeben, dass zweisprachige Kinder in Schulaufgaben und Klausuren bessere Ergebnisse erzielen, als Einsprachige.
Das kann man sich vereinfacht so vorstellen, dass ein Gehirn welches während der Kindheit größere Herausforderungen bewältigen muss, im fortschreitenden Alter einfacher meistert. Kurz gesagt ist das Gehirn des zweisprachigen Kindes, gesünder und stärker.

Abschließend noch einmal zusammengefasst: Das Erlernen einer Sprache fällt dem Gehirn im Kindesalter leichter und wird mit zunehmendem Alter immer schwieriger.
Für Eltern jedoch kein Grund zur Sorge: diszipliniertes Lernen, intensive Übungsstunden, und Spaß am interaktiven Lernen kann rasante Lernerfolge erzielen.

Aber biete deinem Kind die Möglichkeit, die magische Kraft seines Gehirns zu nutzen, solange es noch jung genug ist.

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Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, dein Kind für eine zweite Sprache zu begeistern: in deiner Gegend gibt es bestimmt Lerngruppen, die spielerisch eine neue Sprache erlernen oder du kannst deinem Kind ausländische Zeichentrickfilme vorspielen (Der Effekt hierbei ist jedoch eingeschränkt und nicht zu vergleichen mit einer zwischenmenschlichen Lernmethodik).

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